[Projekt 52] Dinosaurier – ein Expeditionsbericht aus den Tiefen des Vorgartens

Dankeschön fürs Weitersagen! :)

Dinosaurier – Projekt 52

Wochenlang kursierten Gerüchte. Augenzeugenberichte häuften sich. Unbestätigte Meldungen über Dinosauriersichtungen machten die Runde, die scheinbar alle im Zusammenhang mit dem Projekt 52 zu stehen schienen. Ich beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen…

Was folgte, war eine der gefährlichsten Expeditionen meines Lebens.

In unwegsamem Gelände legte ich mich heute früh mit der Kamera auf die Lauer. Stundenlang hatte ich mich dafür durch das Dickicht vor unserer Haustür geschlagen – rund drei Meter, die es in sich hatten. Die schroffe, zerklüftete Landschaft des Rindenmulchwegs wird dominiert von gigantischen Felsbrocken. Steile Klippen und schmale Täler säumen den Rand des Gartenteichs, dessen tiefste Stelle ich auf erschreckende 30 Zentimeter schätze. Sollten in dieser unberührten Wildnis tatsächlich Nessies Verwandte ihr Unwesen treiben?

Tatsächlich lockte das junge Grün eines umgestürzten, riesigen Baums schon bald einen dieser Giganten an!

Zunächst nur ein Schatten. Ein Zittern in den Blättern. Dann: ein Geräusch, das mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Ein Krachen und Brüllen, schnaufender Atem.

Und dann – da war er.

Ein Koloss. Ein Ungetüm. Ein Wesen aus einer längst vergangenen Ära, das majestätisch seinen mehrere Zentimeter langen Körper durch das Efeudickicht schob. Der Dinosaurer bewegte sich mit der Gelassenheit eines Tieres, das weiß, dass es ganz weit oben in der Nahrungskette steht – direkt über dem Gartenschlauch. Ich traute meinen Augen kaum. In diesem Moment verstand ich, warum die alten Entdeckerlegenden immer von zitternden Händen berichteten. Was für ein Anblick!

Trotz ihres Plastikkörpers bewegen sich diese Kreaturen unheimlich rasant. Anders ist es gar nicht zu erklären, dass mein Fokuspunkt auf dem folgenden Foto nicht ganz getroffen hat. Das kann keinesfalls mit mangelndem Kaffeekonsum vor Expeditionsbeginn zusammenhängen. Niemals nicht.

Projekt 52 – Dinosaurier

Kaum dass ich die Aufnahmen dieses seltenen Exemplars im Kasten hatte, raschelte und krachte es im Unterholz – und noch ein zweiter Dinosaurier tauchte auf der Lichtung auf. Ein deutlich aggressiveres, hungrig brüllendes Exemplar mit unfassbar großen Füßen und einem Blick, der mich frösteln ließ. Ich schätze, dieser Dino wiegt gut und gerne 47 Gramm.

Und er hatte mich entdeckt!

Panik stieg in mir auf, mein Herz raste. Würde ich das hier überleben?! Die Bestie fixierte mich mit ihrem unergründlichen Plastikblick. Ich blieb reglos liegen, nur mein Zeigefinger bewegte sich ganz vorsichtig, um den Auslöser der Kamera zu betätigen. Wenn mich dieses Monster fressen sollte, dann würde ich der Nachwelt zumindest diese seltenen Aufnahmen hinterlassen!

Die Stille war ohrenbetäubend, unterbrochen nur vom gelegentlichen Zwitschern einer Blaumeise, die sich in den umliegenden Haselnusswäldern versteckt hielt.
Die Sekunden dehnten sich zu einer Ewigkeit.

Projekt 52 – Dinosaurier

Schließlich wandte sich das Tier ab und stapfte in Richtung Garage.
Ich seufzte erleichtert.

Ich hatte unfassbares Glück gehabt!

Erschöpft, aber mit voller Speicherkarte schleppte ich mich zurück durch die Wildnis des Vorgartens, durchquerte das gepflasterte Plateau und erklomm mit letzter Kraft die Steilwand zur Haustür… hinein in die Sicherheit der Küche.
Kaffee. Endlich Kaffee.


Die Beiträge der anderen Teilnehmer findest du drüben bei Sari. 😊

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Ich bin Anne Schwarz – Multipassionate, waschechtes Dorfkind und Bloggerin aus Leidenschaft. Hier schreibe ich über alles, was den Alltag verzaubert & verwandelt in einen Lieblingsalltag.

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