Ich bringe es zurück, das Gartenguckloch! Und das auch wieder monatlich, denn die vierteljährlichen Rückblicke umfassten einfach soooo viele Fotos und Details, dass ich sie im Sommer und Herbst gar nicht geschafft habe zu schreiben.
Wenn du das Gartenguckloch und meinen ehemals eigenständigen Gartenblog vom Landleben nicht kanntest, dessen Beiträge ich ja nun vor einigen Wochen alle hierher umgezogen habe: seit ziemlich genau neun Jahren (also seit wir hier nach dem Hausbau eingezogen sind) habe ich versucht, jeden Monat die Entwicklung des Gartens in Worten und Bildern festzuhalten. Das erste Gartenguckloch datiert vom Februar 2017. 😀
Es gab ein paar Pausen und zwischendurch habe ich das Gartenguckloch auch mal nur einmal pro Jahreszeit veröffentlicht. Aber trotz all der Arbeit mag ich das Format sehr gerne und stöbere auch selber oft in den vergangenen Beiträgen. Daher möchte ich diese Rückblicke wieder aufnehmen.
Damit du dabei nicht nur einen Blick in unseren Garten werfen kannst, sondern auch deinen eigenen Garten zum Gedeihen bringst, habe ich eine kleine Ergänzung für dich: am Ende des Artikels verrate ich dir ab jetzt immer, welche Gartenarbeiten im kommenden Monat anstehen und was du vorbereiten und erledigen kannst. Damit erfährst du rechtzeitig von meinen Tipps und musst nicht regelmäßig in meinem Gartenkalender nachschlagen.
Viel Spaß beim Lesen & Gärtnern! 👩🌾
Das Jahr startet knackig kalt…
War es bis kurz vor Weihnachten noch viel zu warm mit teils sogar zweistelligen Temperaturen, rasselten ebenjene dann rasant in den Keller. Bis Silvester hatten wir noch Glück in Sachen Niederschlag – pünktlich ab Anfang Januar schneite es.

Tatsächlich blieb der Schnee diesmal sogar mehrere Tage lang liegen. Selbst als das Thermometer tagsüber mal in den Plusberich kletterte, taute nicht alles weg – und dann kam auch schon wieder neuer Schnee hinzu.



Insbesondere nachts war es knackig kalt. Den „Rekord“ riss die Nacht auf den 11. Januar mit -9° auf dem Thermometer bei uns am Haus, vermutlich waren es also eigentlich nochmal ein paar Grad weniger.

Verrückterweise folgte darauf plötzlich eine Warmfront, die neben viel Regen auch deutlich höhere Temperaturen mit sich brachte – stolze 10°C waren es am 12. Januar, also rund 20°C Unterschied binnen zwei Tagen.
Zwischenzeitlich kam da schon fast ein Hauch von Frühlingsstimmung auf. Im Garten schnitt ich die Magnolie und die Kirsche zu Ende; der Kirschbaum hat schon jede Menge Knospen…


… ich räumte den Pflanztisch im Gewächshaus auf und begutachtete die Hochbeete im Bauerngarten. Da sieht es derzeit echt wüst aus, ich habe das ja neulich schon mal in einem Reel auf Instagram gezeigt. 🙈

Ich hielt nach den ersten Frühlingsboten Ausschau…



… und dann wurde es wieder kalt. Der Januar endet somit ziemlich genau so, wie er begonnen hat: nass bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Während ich diese Zeilen tippe, schneit es draußen schon wieder. 🥶
Ich bin allerdings sehr froh, dass sich zumindest die ursprünglichen Prognosen in unserer Region nicht bewahrheitet haben, die Tiefstwerte von um die -20°C ankündigt hatten. Das wäre nämlich der Punkt gewesen, an dem wir alle Hühner ins Haus geholt hätten – so mussten wir das nur mit einem tun:
Ein Huhn im Wellnessurlaub
Die Huhnis kommen mit dem Winterwetter eigentlich gut zurecht. Sie bekommen in der kalten Jahreszeit ein paar mehr Kalorien gefüttert und sind durch ihr Gefieder gut gegen die Kälte geschützt. Alle – bis auf eine.
Pünktchen war dieses Jahr zu spät in die Mauser gekommen und hatte noch nicht ausreichend neues Gefieder nachgeschoben, als es so kalt wurde. Ihr Speckpolster ging denn auch schnell zur Neige und sie nahm ab. Als sie nur noch dick aufgeplustert und ganz in sich gekehrt in der Ecke stand, holten wir sie kurzerhand ins Haus.
Leider können Hühner echt fies sein; als es Pünktchen so schlecht ging, haben die anderen sie auch noch gepickt, sodass sie noch zusätzlich Federn eingebüßt hat. 😟

Die Dusche im unteren Bad wurde ihr neues Zuhause: wir haben den Boden mit Handtüchern, Pappe und Einstreu ausgelegt, eine Tränke aufgestellt und dann ein Aufpäppelprogramm gestartet mit verschiedenen Futterportionen über den Tag verteilt. Appetit hatte Pünktchen zum Glück die ganze Zeit über. Die ersten zwei Tage war sie noch arg geschwächt und stand meistens nur da. Alsbald wurde sie aber wieder kräftiger und entwickelte wieder Interesse an uns und ihrer Umgebung. Auch ihr Gefieder putzte sie sich wieder und sah schon bald wieder deutlich besser aus. Puh! Ich hatte mir ja viele Sorgen gemacht und ich glaube, wenn wir sie an dem Abend nicht ins Haus geholt hätten, hätte sie die Nacht vielleicht nicht überstanden.
Sie hat das wirklich gut mitgemacht und zum Glück keinen „Lagerkoller“ entwickelt.
Nachdem die Frostperiode überstanden war und es so warm wurde, durfte sie für ein paar Tage wieder zurück zu ihren Freundinnen. Denn solange sie fit ist und mit den anderen den Auslauf unsicher macht, wird sie auch nicht attackiert.
Ich frage mich ja, was Pünktchen den anderen Hühnern wohl erzählt hat? 🛸
Ich schlief auf meiner Stange, als ich plötzlich hochgehoben wurde. Ich fand mich in einem hell erleuchteten, futuristischen Raum wieder mit ganz glatten Wänden und vielen Scheiben, wo ich von den großen Wesen untersucht wurde…
👽🤣
Als es wieder kalt wurde, holten wir sie wieder ins Haus und ließen eine Kotprobe vom Tierarzt analysieren: Befund Kokzidien und Haarwürmer. Kokzidien sind Parasiten, die Hühner relativ häufig befallen. Robuste Tiere überwinden das ohne Probleme, aber Pünktchen war halt einfach schon geschwächt. Den typischen Durchfall hat sie zum Glück nicht bekommen, aber halt Gewichtsverlust.
Haarwürmer können Hühner beispielsweise über infizierte Regenwürmer aufnehmen. 🪱
Wir behandeln jetzt alle neun Hühner medikamentös und desinfizieren den Stall, dann bekommen wir das hoffentlich schnell wieder in Griff. Und sobald es wärmer wird, darf Pünktchen auch wieder nach draußen zu den anderen.

Vorbereitungen für die neue Saison
Ich halte es natürlich mal wieder kaum aus, bis es draußen so richtig losgeht. 😀
Von meinen Gartenplänen für dieses Jahr habe ich dir ja neulich schon erzählt.
Ich habe denn erstmal meine Saatgut-Bestände gesichtet und sortiert:


Vieles sind bewährte Sorten, aber auch ein paar Neuzugänge habe ich geschenkt bekommen: Artischocke beispielsweise. Da bin ich echt mal gespannt! Bei den Kürbissen baue ich sonst ja immer Hokkaidos an, jetzt habe ich aber Saatgut für einen Riesenkürbis bekommen, der bis zu 180kg schwer erden kann… challenge accepted, ich weiß nur noch nicht, wohin damit. 😀
In der Anzuchtstation im Keller sind dann auch schon die ersten Aussaaten eingezogen, Kopfsalat und Eichblattsalat. Als nächstes kommen Basilikum, Tomaten und Paprika hinzu.

Es war übrigens eine verdammt gute Idee, den Pflanztisch letztes Jahr ins Gewächshaus zu räumen. Vorher habe ich die zeitigen Aussaaten temperaturbedingt nämlich im Wohnzimmer erledigt (sprich: Erde reinholen und warm werden lassen, die Pflanzschalen füllen und so weiter) und das war natürlich immer eine ziemliche Sauerei mit der Erde auf dem Esstisch und auf dem Boden. 🫠
Im Gewächshaus geht das deutlich besser und dort lässt es sich auch an kalten Tagen durchaus gut arbeiten. Ab dem Spätfrühling lasse ich die Anzuchtschalen dann auch direkt auf dem Pflanztisch stehen.
Welche Gartenarbeiten stehen im Februar an?
So allmählich geht es endlich in Richtung Frühling und darauf bereiten wir uns und den Garten im Februar vor.
Frostfreie Tage kannst du nutzen, um deine Bäume und Hecken zu schneiden. Das ist noch bis Ende Februar erlaubt; ab dann startet die Brutsaison der Vögel und du möchtest du ja nicht in ihrem Zuhause randalieren.
Mit meinen Bäumen bin ich soweit durch, aber die Johannisbeersträucher habe ich noch vor mir.
Auch die neue Anzuchtsaison geht natürlich bald so richtig los – hast du alles, was du brauchst? Überlege dir, welche Sorten du dieses Jahr anbauen möchtest. Was hat sich letzte Saison bewährt, was möchtest du neu ausprobieren? Schau deine Saatgutreste durch und ergänze sie gegebenenfalls.

Für viele Gemüsesorten ist es jetzt noch zu früh, aber Tomaten, Paprika und Chili kannst du tatsächlich schon im Februar aussäen. Natürlich nicht im Freiland, aber drinnen an einem hellen Platz, sei es auf einer geeigneten Fensterbank oder so wie ich unter Kunstlicht.

Den Februar nutze ich außerdem traditionell, um das Gewächshaus zu reinigen: die Reste der Tomaten und anderen einjährigen Pflanzen habe ich zwar wohlweislich schon im Herbst entfernt, damit sie nicht über den Winter schimmeln. Das ist mir einmal passiert und war echt nicht lecker. 😅
Daher stehen nur der Pflanztisch und die Olive drinnen, die ich dort überwintere, ansonsten herrscht Platz – und das heißt: ich kann die Fenster und das Dach von innen und von außen saubermachen! 🧽 Im Laufe der Monate bildet sich da einfach ein grünlicher Belag, der nicht nur unschön aussieht, sondern auch weniger Licht durchlässt.

Wenn du so wie wir Chinaschilf oder Zebragras im Garten hast, solltest du das im Februar zurückschneiden, ehe es austreibt und du in das junge Grün schneidest.

Auf dass der Frühling nicht mehr so lange auf sich warten lässt! 🌹
6 Kommentare zu “Gartenguckloch im Januar 2026”
Oh, ich mag Pünktchen 🙂
Schöne Idee mit dem Guckloch. Ich wollte vor ein paar Jahren mal die Wildwiese vor meinem Balkon jeden Tag fotogrfieren … hätte ich mal gemacht – jetzt steht da ein Neubau 😐
Schade… vielleicht hast du ja Glück und da entsteht zumindest ein bunter Garten drumherum.
Huhu liebe Anne,
ach, es ist immer spannend, was so durch das Gartenguckloch sichtbar ist 😀
Super, dass Pünktchen alles gut überstanden hat. Kokzidien sind echt nervig.
Okay, ich schau mal, ob ich es schaffe, meine Tomaten im Februar auch schon im Schlafzimmer auszusäen.
WOW! Deine Samenauswahl ist echt der Hammer!!! Bin auf das Ergebnis und vor allem den Riesenkürbis gespannt.
LieGrü und buntes Wochenende
Elena
Ich werde berichten, wie das Kürbisexperiment läuft! 😀
Yeah, das Gartenguckloch ist zurück. Das lese ich gerne 🙂
Ich hoffe dem Huhn gehts wieder gut?
Soweit zum Glück ja! Wir haben sie behandelt, sie nimmt zu und hat auch wieder mehr Federn. Sie lebt aber noch drinnen, weil sie erst zu den anderen darf, wenn auch die behandelt sind und wir den Stall desinfiziert haben… was bei den Temperaturen gerade leider nicht so richtig funktioniert, das trocknet uns nicht. :/