[Projekt 52] Augenblick

Rehe – Augenblick – Projekt 52

In Sekundenbruchteilen ist er für immer vorbei, so ein Augenblick. Manchmal haben wir Glück und können ihn in einem Foto einfangen… der Vergänglichkeit etwas abtrotzen.

So etwas ist mir gestern gelungen und deswegen sind diese Bilder spontan meine Umsetzung des Themas „Augenblick“ beim Projekt 52 geworden. 💛

Gestern am späteren Nachmittag ging ich nochmal mit dem Hund raus, einfach ein Stück die Straße hoch. Uns gegenüber liegt ja noch ein Haus, daneben beginnen Felder und Wälder. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass ich hier öfters mal Rehe sehe.
Die Felder werden getrennt durch einen Siefen, also eine kleine Schlucht, in der ein Bach (eigentlich eher ein kleines sumpfiges Rinnsal) verläuft. Die Rehe stehen gern mal auf der anderen Seite des Siefens am Waldrand oder auf dem Feld. Sobald sie einen entdecken, stürmen sie meist davon.

Gestern nicht.

Zwei Ricken und ein Bock blieben ruhig stehen und beobachteten Bonnie und mich ganz genau. Der Bock legte sich sogar ab. Natürlich hatte ich kein Handy dabei, so ist das ja immer. Aber selbst wenn, auf den Fotos hätte man nicht viel erkannt außer Pixelsuppe, denn sie waren ein ganzes Stück weg und allmählich schwand auch schon das Tageslicht an einem ohnehin trüben, grauen Tag.

Es war ein besonderer Moment, die Tiere so lange beobachten zu dürfen. Obwohl wir unsere Leben nicht weit voneinander entfernt verbringen, durch dieselben Wälder und über dieselben Felder laufen, haben wir völlig unterschiedliche Lebenswirklichkeiten.
In diesem Augenblick aber haben sich unsere Welten berührt, auf eine gute Weise.

Einige Verse aus Goethes Faust kamen mir in den Sinn und in der Sekunde wusste ich, dass ich diesen Anblick eigentlich gern als Motiv für das Projekt 52 nehmen würde.

Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! Du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!

Ich machte mir keine großen Hoffnungen, aber trotzdem ging ich, nachdem ich Bonnie wieder daheim abgeliefert hatte, meine Kamera holen, schraubte das 300mm-Teleobjektiv drauf und lief nochmal zurück. Und die Rehe waren tatsächlich immer noch da! 🤩

Rehe – Projekt 52- Augenblick

Das war tatsächlich das erste Mal, dass mir solche Aufnahmen von Rehen in freier Wildbahn gelangen. Bislang hatte ich nur ein paar Schnappschüsse von äsenden Rehen, die deutlich weiter weg waren. In Wildparks bin ich natürlich näher herangekommen, aber ich finde, dass komplett frei lebende Tiere einfach nochmal etwas anderes und viel besonderer sind.

Wirklich nah war ich den Rehen natürlich nicht, uns trennten immer noch rund 100 Meter. Trotz 300 mm musste ich die Fotos in der Bearbeitung stark croppen und aufgrund der bescheidenen Lichtverhältnisse ordentlich entrauschen. Aber dafür sind die Bilder ganz gut geworden, finde ich.

Rehe – Projekt 52- Augenblick

Eine der Ricken machte sich schließlich auf und trabte davon. Die anderen warteten noch ein Weilchen, ehe sie ihr folgten.

Rehe – Projekt 52- Augenblick
Rehe – Projekt 52- Augenblick
Rehe – Projekt 52- Augenblick

Auf dem Feld blieben sie kurz stehen und schauten sich noch einmal um.

Rehe – Projekt 52- Augenblick

… ehe sie schließlich in einem großen Bogen davonstoben.

Dankeschön für diesen besonderen Augenblick. 💛


Die Beiträge der anderen Teilnehmer findest du drüben bei Sari. 😊

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