Upsi, da sind wir schon in der Monatsmitte angekommen und ich habe noch keinen einzigen Beitrag zum aktuellen Projekt 52 geschafft. Jetzt aber los…

Selbstzweifel
Uff. Wie viele Selbstzweifel kann man haben?! – Ich: alle.
Ich hinterfrage mich ständig. Bin nicht überzeugt davon, gut genug zu sein – oder vielmehr überzeugt davon, nicht gut genug zu sein.
Kritik oder wenn etwas nicht klappt, verunsichert mich schnell. Die Dinge, die ich hinbekomme, halte ich für selbstverständlich, während Fehler, Makel und Verbesserungspotentiale riesengroß erscheinen. Klassisches Impostor-Syndrom eben.
Aber hey. Ich arbeite daran, mir das abzugewöhnen. Denn ja, wenn man zu überzeugt von sich ist und gar nicht mehr reflektiert, ist das ungesund. Das Gegenteil aber auch – ehrlicherweise kommt man nicht weit, wenn man sich ständig nur zweifelnd und unsicher den Kopf zerbricht und sich selbst grandios im Weg steht.
Es ist nicht leicht, etwas abzulegen, was so tief in mir verwurzelt ist.
Was mir hilft: Der Gedanke, dass es nicht nur um mich geht. Meine Selbstzweifel haben Auswirkungen auf andere:
- Wenn jemand mich um ein Coaching bittet, kann ich ablehnen, weil ich denke, das nicht gut genug zu können. Vielleicht waren die vorherigen Male nur Glückstreffer. Dann geht derjenige halt ohne Hilfe wieder nach Hause. Oder ich springe über meinen Schatten, wir arbeiten zusammen und ich kann tatsächlich helfen.
- Gleiches gilt für Projekte in der Firma, Fotoshootings oder Blogartikel: Ja, andere könnten das besser als ich. Aber meinen Kollegen, Kunden oder Lesern hilft es nichts, dass diese Menschen theoretisch irgendwo hinter Pusemuckl existieren – ich bin hier und mache es, so gut ich kann. Allmählich lerne ich auch, Lob anzunehmen und zu glauben, dass Menschen es tatsächlich ehrlich meinen, wenn sie sich bedanken oder sagen, dass ihnen etwas gefällt – und das nicht nur aus Höflichkeit tun.
- Was ich mir auf einen Zettel an das Pinnbrett über meinem Schreibtisch gepappt habe: Done is better than perfect.
Wenn ich etwas aus Angst vorm Scheitern gar nicht anfange, scheitere ich garantiert. - Auch bei der Ausbildung meiner Jungstute spielt das Thema Selbstzweifel gerade eine große Rolle: Feli spiegelt mich nämlich noch deutlicher als meine Dolida.
Wenn ich Feli zu etwas auffordere und sie es nicht so umsetzt, dann gibt es meistens zwei Möglichkeiten: sie hat mich nicht verstanden, weil ich in meiner Körpersprache und meinem Auftreten zu unklar war. Oder sie testet mich, ob sie das jetzt wirklich machen muss (sie kommt halt gerade ins Flegelalter 😅). Wenn ich dann an mir selbst zweifle und mich komplett hinterfrage, dann strahle ich diese Unsicherheit aus – und das wiederum bestärkt Feli darin, dass besser sie entscheidet, was wir tun und lassen. Damit bürde ich ihr eine Verantwortung auf, die zu viel ist für ein Pferdekind – es ist meine Aufgabe, dass sie sich an mir orientieren und sich auf mich verlassen kann, weil ich Situationen regle. Und das erreiche ich nur, indem ich Gelassenheit und Souveranität ausstrahle und völlig ohne Selbstzweifel durch die gruselige Ecke in der Reithalle 😱 marschiere.
Tatsächlich habe ich mir hier Unterstützung ins Boot geholt, damit ich mir mit meinem „Oh nein, wenn ich nicht alles zu 105% korrekt mache, versaue ich das Pferd“ nicht im Weg stehe.
Sodele… jetzt aber endlich zum Foto. Ein simples Smartphone-Selfie, entgegen aller Selbstzweifel nicht in Photoshop nachretuschiert.

Die Beiträge der anderen Teilnehmer findest du wie immer bei Sari in der Linkparty. 😊