Große Neuigkeiten für meine beiden Pferde: sie ziehen demnächst in einen anderen Stall!
Nicht nur Dolida und Feli ziehen um, auch die beiden Pferde meiner besten Freundin & Mitbewohnerin kommen mit.
Warum wechseln wir den Stall?
Ich hatte nicht aktiv nach einem anderen Stall gesucht, durch Zufall hat sich aber eine Option ergeben. Ich habe das Für und Wider beider Ställe gegeneinander abgewogen und letzten Endes eine Entscheidung gefällt.
Leicht gefallen ist mir diese Entscheidung definitiv nicht, so ein Stallwechsel ist keine Kleinigkeit. In diesem Stall standen wir jetzt rund dreieinhalb Jahre lang und unterm Strich war ich immer zufrieden.
Klar, perfekt ist es nirgendwo. Aber der Stallbetreiber ist wirklich nett und hat uns in vielen Punkten sehr unterstützt, um die optimale Unterbringung für unsere Pferde zu ermöglichen. Mit Reithalle, Round Pen und Führanlage haben wir ziemlich gute Trainingsmöglichkeiten und grundsätzlich auch ein gutes Ausreitgelände.
Was zunehmend schwierig wird, sind die Arbeiten rund ums Pferd. Ich bin Selbstversorgerin, seit ich Dolida vor fünfeinhalb Jahren gekauft habe. Das heißt, ich bin für die Versorgung meiner Pferde komplett selber verantwortlich und mache alles selbst. Ich miste bei Wind und Wetter, kümmere mich um die Heuversorgung, ums Kraftfutter, um die Weidepflege und so weiter. Grundsätzlich mache ich das auch wirklich gern. Es hat nur mittlerweile ein Ausmaß angenommen, das ich körperlich und zeitlich nicht mehr stemmen kann. Meiner Freundin geht es ähnlich.
Ein oder zwei Boxen sind flott gemistet. Wir sprechen hier aber von einem geräumigen Offenstall plus großem Paddock mit derzeit vier fröhlich kackenden Stuten in der einen Hälfte und drei Jungs in der anderen (Pferde kacken viiieeeel! 💩). Klar teilt man sich die Arbeit im Offenstall eigentlich mit den anderen Pferdebesitzern, aber dreimal die Woche habe ich Stalldienst bei den Stuten und bin dann rund anderthalb Stunden lang nur mit Misten beschäftigt. Im Sommer dauert es noch länger, weil dann die riesige Wiese mit abgeäppelt werden muss.
Einzuschätzen, wie lange der Heuballen in der Raufe noch reicht (meist so 5 Tage), mit dem Stallbesitzer eine neue Lieferung via Radlader zu koordinieren, gegebenenfalls haufenweise loses Heu als Überbrückung anzuschleppen, … das bleibt zu 95% leider alles an meiner Freundin und mir hängen.
Auch Weideplanung, Zaunbau und Co. haben nicht so als Teamwork funktioniert, wie es eigentlich angedacht war. Unterm Strich tragen wir also die Verantwortung für die ganze Herde und auch an den Tagen, wo wir eigentlich keinen Stalldienst haben, können wir nicht einfach mal gar nicht zum Pferd fahren, so wie andere Besitzer es dort leider tun. 🤷♀️
Für meine Freundin ist es nochmal mehr Arbeit, weil sie Stute und Wallach hat und demzufolge in gleich zwei Offenställen involviert ist.

Das geht einem irgendwann echt an die Nieren. Oft bin ich nach meinem Stalldienst so im Eimer, dass ich nichts mehr mit meinen Pferden machen kann und will. Zudem weiß ich nicht, wie es beruflich bei mir weitergeht… wenn ich in einer der umliegenden Städte arbeite und dann gegebenenfalls erst um 19 Uhr oder später am Stall sein kann, wird das richtig heftig.
Irgendwann hat es angefangen zu kippen… das Hobby Pferd wurde mehr und mehr zu Druck und Pflicht statt zu etwas Schönem. Das Verhältnis zwischen Arbeiten drumherum und der eigentlichen Zeit mit den Pferden stimmte einfach hinten und vorne nicht mehr.
Problematisch ist zudem, dass der Stall direkt an einer vielbefahrenen Landstraße gelegen ist. Das heißt, um den Hof zu verlassen, muss man immer ein Stück an der Straße entlang laufen, unser Stutenpaddock grenzt unmittelbar an die Straße. Dadurch sind unsere Pferde grundsätzlich sehr abgeklärt und verkehrssicher; selbst mein Jungpferd Feli grast einfach weiter, wenn zwei Meter neben ihr ein Bus oder LKW vorbeidonnert.
Aber erstens bedeutet der ständige Verkehrslärm natürlich Stress für die Pferde und zweitens ist die Straße saugefährlich. Mit Dolida stört mich das null, die ist ein 100%iges Verlasspferd. Aber Feli ist draußen noch nicht so tiefenentspannt und da habe ich einfach Bauchschmerzen, dass sie sich losreißt oder mich abwirft und zurück zum Stall rennt – über die Straße. Neulich hat genau das ein anderes Pferd getan und auch wenn zum Glück nichts passiert ist, werde ich diesen Anblick nicht mehr los. 😵💫

Hinzu kommt der finanzielle Aspekt. Wir zahlen aktuell nicht gerade wenig Stallmiete, obendrauf kommen die Kosten für die Einstreu, die wir selber besorgen müssen. Derzeit ist Heu noch im Preis inbegriffen, das wird aber demnächst umgestellt und wenn wir dann auch das Rauhfutter zusätzlich zahlen, landen wir in schwindelerregenden Dimensionen.
Tja. Und dann hat sich unerwartet diese Option in einem anderen Stall ergeben. Meine Freundin stand dort vor einigen Jahren schon mal mit ihren Pferden, ehe der Stall durch einen Besitzerwechsel vorübergehend schloss und sie auf einen anderen Hof umziehen musste. Auf dem haben wir uns dann übrigens kennengelernt. 😀
Wie werden die Pferde künftig untergebracht sein?
Die Stallmiete ist etwas höher – aber für Vollpension. Das heißt, von Montag bis inklusive Samstag werden die Pferde versorgt, wir müssen nur sonn- und feiertags selbst misten. Unter der Woche müssen wir uns gar nicht um die Versorgung kümmern, die Heuraufen werden ohne unser Zutun gefüllt. Einstreu, Heu und sogar Hafer sind in der Stallmiete inbegriffen. Unterm Strich zahlen wir also tatsächlich weniger und haben deutlich weniger Arbeit.
Einfach nur zum Stall fahren, um etwas mit den Pferden zu machen – ein Träumchen! 🤩
Das Ausreitgelände dort ist richtig schön. Ein kleines Dörfchen, unmittelbar vom Hofgelände geht es in den Wald. Das heißt, es ist dort nicht nur deutlich ruhiger, sondern auch einfach viel ungefährlicher in puncto Verkehr.
Das hier ist der Reitweg – rechts hinter den Büschen liegt die Stutenweide.

Es gibt eine Reithalle sowie einen Reitplatz, auf dem longiert werden darf. Round Pen und Führanlage haben wir dann zwar nicht mehr, aber das ist völlig okay.
Auf dem Hof stehen ungefähr so viele Pferde wie im jetzigen Stall, die Anlage ist von der Fläche her jedoch deutlich größer und es verteilt sich alles mehr.
Unsere drei Stuten stehen jetzt ja schon als Herde in einem Offenstall zusammen, das wird auch im neuen Stall so sein. Wir ziehen als Dreiergruppe wieder in einen Offenstall, wo noch eine weitere Stute hinzukommt.
Der Wallach meiner Freundin wird in eine Jungsgruppe im Offenstall direkt nebendran ziehen.
So gesehen ändert sich für die Pferde an ihrer Unterbringung nicht allzu viel. Auch im neuen Stall schließt sich die Weide direkt an den Paddockbereich an, was ein echter Luxus ist – die Pferde können rein und raus, wie sie wollen, haben viel Bewegung und man muss sie nicht extra zur Weide bringen.
Die Pferde meiner Freundin kennen den Stall ja bereits, für meine zwei wird es ein neues Abenteuer. Aber da sie zusammen mit ihren Kumpels umziehen, wird es für sie hoffentlich keine allzu große Umstellung.
Was ändert sich für uns?
Der neue Stall liegt ungefähr eine gute Viertelstunde mit dem Auto von uns entfernt. Aktuell sind wir von 5 Minuten Fahrtzeit sehr verwöhnt. Aber dass wir etwas im länger im Auto sitzen, machen die wegfallenden Stallarbeiten mehr als wett.
Wo wir uns etwas umorganisieren müssen, sind unsere Schränke: derzeit steht uns pro Pferd ein großer Schrank zur Verfügung und wir haben zusätzlich eine Sattelkammer. Im neuen Stall sind die Schränke ungefähr ein Drittel so groß und Sattel plus Zaumzeug müssen da auch rein. 😅
Allerdings kommen die großen Futtertonnen dort woanders hin und das ganze Weidezaunmaterial und Werkzeug werden wir im neuen Stall ja auch nicht mehr brauchen.
Wir freuen uns auf etwas mehr Luxus, etwa in Form von einem beheizten Raum zum Trocknen der Pferdedecken in der nasskalten Jahreszeit oder Spiegeln in der Reithalle. 😀
Natürlich werden wir einige der Menschen aus dem alten Stall vermissen und hoffen, dass der Kontakt nicht abreißt.

Wann und wie kommen die Pferde von A nach B?
Wann genau wir umziehen, steht noch nicht fest. Man hat ja auch als Einsteller mit seinem Pferd natürlich Kündigungsfristen, damit die Stallbetreiber entsprechend planen können. Teilweise kann man aber früher den Stall wechseln, wenn sich entsprechend rechtzeitig Nachfolger finden. Das ist gerade in Klärung. Spätestens Ende Juni werden wir aber umziehen.
Von der Jahreszeit her ist das optimal, da die Pferde bis dahin komplett angeweidet sind, sprich, den ganzen Tag lang ins frische Gras können. Die Vergesellschaftung mit anderen Pferden in so einer Offenstallherde läuft erfahrungsgemäß deutlich entspannter, wenn die Wiesen offen sind.
Für den Umzug müssen die Pferde im Hänger fahren. Für Dolida und die beiden Pferde meiner Freundin ist das keine große Sache, bei Feli weiß ich es einfach nicht. Ich hatte bislang leider keine Möglichkeit, das Verladen in einen Hänger mit ihr zu üben. Eigentlich schätze ich sie da sehr gelassen und souverän ein, aber man weiß ja nie. Vermutlich werde ich sie zusammen mit Dolida daher von einem professionellen „Pferdetaxi“ transportieren lassen, das ist einfach stressfreier. Um Feli damals vor anderthalb Jahren von der Züchterin zu mir zu bringen, war das die beste Entscheidung.
Es bleibt also spannend… 🐴