Der Sommer 2026 mit seinen diversen Hitzeperioden, Rekordtemperaturen und der Dürre war extrem. Das hat sich natürlich auch auf den Gemüsegarten ausgewirkt. Konnte ich überhaupt etwas ernten?
Am vergangenen Wochenende habe ich es geschafft, im Garten etwas Klarschiff zu machen. Etliche Durchgänge waren zugewuchert, weil die Stauden, Sträucher und Bäume trotz allem ordentlich gewachsen sind. Um die Komposthaufen herum hatte sich viel Vegetation breitgemacht und die ganze Ecke in einen Urwald verwandelt. Und obwohl die Wege im Bauerngarten eigentlich dick gemulcht sind, waren auch da etliche Beikräuter durchgekommen oder Stauden, die sich ein bisschen zu doll ausbreiteten.
Immerhin summte und brummte es bei uns im Garten immer wie wild und viele Insekten freuten sich über ein reichhaltiges Buffet. 🙂



Das Gestrüpp an den Durchgängen nervte mich schon länger, weil ich beim Gießen Umwege laufen musste und regelmäßig an Brennnesseln drankam, aber es war lange einfach zu heiß, um alles im Garten zu erledigen. Ehrlicherweise hatte ich ja nicht einmal die Muße, die eigentlich monatlich geplanten Gartengucklöcher zu veröffentlichen.
Jetzt war es also endlich an der Zeit zum Lichten. Nachdem ich dann wieder gescheit von A nach B kam und der Garten wieder mehr wildromantisch als verwildert aussah, ging es an die Beete.
Hier mal ein unverblümt ehrlicher Blick, wie die großen Hochbeete aussahen – da war ich schon mitten im Freilegen. 😀 Im linken Hochbeet hatte ich Kartoffeln gepflanzt, die ziemlich heftig von Zaunwinde überrannt wurden. Im rechten Hochbeet hat sich Beinwell breitgemacht, eigentlich sollten da Aubergine und Physalis wachsen – die haben aber schon Anfang Juni schlapp gemacht.

Auch den Rasen habe ich gemäht. Der war stellenweise ziemlich hoch, ist aber dadurch wenigstens nicht komplett verbrannt. Man merkt aber sehr deutlich, dass an den Stellen mit Gefälle weniger Wasser im Boden verbleibt als unten hinten im Garten, also vor dem Gewächshaus.
Für die kommende Woche war tatsächlich mal Regen angekündigt (seit Wochen das erste Mal!) und da wollte ich vorher alle Kartoffeln und Zwiebeln aus den diversen Hochbeeten und Pflanzsäcken abernten. Das geht natürlich viel leichter, wenn die Erde trocken ist. Allerdings auch nur deswegen, weil sich in den Beeten ja nicht unser eigentlich Lehmboden befindet, sondern eine schön lockere Mischung aus Kompost und Pflanzerde. Ich bin tatsächlich ein klitzekleines bisschen stolz auf mich, dass ich die Ernte genau rechtzeitig geschafft habe. 😀
Wie sind Ernte & Ertrag ausgefallen?
Die Zwiebeln sind größtenteils recht klein geblieben. Aus etlichen ist auch einfach gar nichts geworden – schade. Eigentlich sind Zwiebeln sonst nämlich immer ein Selbstläufer.

Die Kartoffeln sind von der Anzahl her unerwarteterweise tatsächlich okay, allerdings fallen auch hier viele recht klein aus. Aber immerhin habe ich mehr Kartoffeln geerntet, als ich anhand einiger Stichproben erwartet hatte. Es müssten grob geschätzt knapp 20kg sein – wären sie alle vernünftig groß geworden, wären es sicherlich um die 50kg geworden.
Die meisten Kartoffeln hatte ich wieder von der Sorte „Laura“ angepflanzt, die ich sehr gerne mag. Sie sind außen rot und innen kräftig gelb, dabei sehr lecker – wie hier als Backofenkartoffeln mit Rosmarin, auch der stammt natürlich aus dem eigenen Garten. 🙂

Rote Bete hingegen, Aubergine, Physalis, Paprika, Kohlrabi, Möhren, selbst Kürbis und Zucchini… die sind diese Saison alle nichts geworden. 🤷♀️
Daher sind jetzt nur noch Mangold und eine Gurke übrig, außerdem blühen noch einige Cosmea, Borretsch, Herzgespann und Malven, die ich an den Rand der Hochbeete im Bauerngaten gesät hatte.
Im Gewächshaus sind die Tomaten diesmal ja fast gar nicht gewachsen, es war ihnen viel zu heiß. Ich kann’s ihnen nicht verdenken…
Die Äpfel sind noch nicht reif, aber dieses Jahr trägt der vor vier Jahren gesetzte Mini-Apfelbaum zum ersten Mal – und das reichlich:

In puncto Erdbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Jostabeeren hat sich der Ertrag dieses Jahr leider arg in Grenzen gehalten.
Säe ich nochmal aus?
Ja, definitiv. Noch ist der Sommer ja nicht vorbei und auch im Herbst wächst ja noch viel, was eine Ernte bis in den Winter hinein möglich macht.
Die übrigen Beete habe ich daher abgeräumt und vorbereitet, damit ich jetzt nochmal eine Aussaat starten kann.


Dieser Tage hat es zum Glück endlich mal geregnet und da die Temperaturen sich jetzt wohl erstmal bei irgendwas um die 20°C einpendeln, kann es mit der Aussaat dieses Wochenende losgehen.
Vielleicht werden die Möhren heuer ja etwas, im dritten Anlauf des Jahres… auch Spinat, Feldsalat, Pflücksalat, Frühlingszwiebeln und Radieschen bringe ich nochmal an den Start.
Wie ist deine Ernte soweit ausgefallen?
Nach einem etwas durchwachsenen Start ging es dann doch recht gut. Die Fleischtomaten (in Kübeln) liefen gut, die (eigentlichen) Gewächshausgurken am neuen Hochbeet auch und Auberginen erstaunlicherweise auch. Die kleineren Tomaten fangen jetzt erst an, genau wie Bohnen. Was bei uns eher Totalausfall war: Zucchini und Radieschen. und die Blattsalate haben wir einfach nicht geerntet ^^;;
Das freut mich, dass ihr so viel ernten konntet!
Das mit dem Vergessen der Salaternte kenn ich, ist mir auch schon passiert und gefühlt von jetzt auf gleich hat er dann geschossen. 😀
In unserem Garten habe ich keine Hochbeete… Zwiebeln waren dieses Jahr sehr gut, ich baue die Sorten „Stuttgarter Riesen“ und „Red Baron“ an. Erdbeeren waren auch gut, Bohnen und Kartoffeln. Porree (Lauch) sieht nicht so gut aus, Knollensellerie auch nicht. An Salat hatte ich „Lollo Rosso“ und Lollo Bianco- gute Ernte. Kohlrabi war nicht so toll.
Dazu muss ich sagen- hier in Brandenburg hatten wir ein relativ feuchtes Frühjahr- und ich habe Wasser im Garten. Alles was später reift, als es mit der Hitze los ging, ist nicht so berauschend.
Da ich mal eine Gärtnerische Ausbildung hatte, mache ich Dinge, bei denen andere die Nase rümpfen: so habe ich einen Regner gebastelt, der eine kleine Düse, aber große Wurffweite hat. Den nehme ich manchmal zum Blätter nass machen oder kühlen. Natürlich holt dann die Sonne das Meiste des Wassers…
Die letzten Jahre konnten wir im Herbst ordentlich von den Äpfeln zehren, aber dieses Jahr sind maximal die Aronia Beeren gut gekommen und ein bisschen die Johannisbeeren. Äpfel nicht ein einziger und uns ist sogar der riesige Rosmarin Busch gestorben, der wirklich viele Jahre jeden Winter gemeistert hat und sogar Blüten bekam. RIP Rosmarinstrauch.
Wow, das ist schon krass, wie viel da gestorben ist. Ich habe an der neuen Wohnung auf dem Balkon wenig Erfolge gehabt bisher. Die Kartoffeln in Pflanzsäcken sind vorzeitig gestorben, vermutlich an einer Kombination aus Hitze und zu dichter Pflanzung. Da kam gar nichts bei rum, sehr ärgerlich, bin nicht sicher, ob ich das nochmal versuche. Kohlrabi und Gurken wachsen noch, sind aber nicht so weit, wie sie um die Zeit sein müssten. Und selbst die Tomaten sehen nicht so gut aus wie man meinen sollte – meine stehen ja nicht zusätzlich im Gewächshaus und nur auf der Südseite. Aber die mangelnde Wasserspeicherfähigkeit der Töpfe ist natürlich ein Problem und zudem ist es hier an vielen Tagen enorm windig, daher musste ich sie so fest anbinden, dass sie teilweise beschädigt wurden. Aber immerhin habe ich überhaupt Tomaten ernten können und es sind auch noch welche dran. Und ich war an den zwei Tagen mit krassem Hagel zuhause und konnte sie fix reinholen – klarer Vorteil beim Balkon, auch wenn das natürlich aufwändig war.
Bei uns war die Ernte eigentlich gut. Zucchini hatten erst Schwierigkeiten. Von den Selbstgezogenen kam kaum etwas, so mussten wir Pflanzen nachkaufen.Auch die ausgesäten Physalis kamen sehr spät. Sie werden dieses Jahr vielleicht nicht mehr reif. Wir wollen die aber überwintern. Umso besser war hingegen der Dill, den meine Mutter ausgesät hat. Die Nachbarschaft hat uns diesbezüglich schon beneidet. Äpfel sind bei uns auch noch nicht reif. Ein Baum, den wir als Granny Smith gekauft haben, trägt dieses Jahr zum ersten Mal Früchte. Sie sind dunkelrot. Wahrscheinlich haben wir einen Spartan erwischt, der falsch ausgewiesen war. Kann man halt nicht ändern.
Ich finde das voll tapfer, dass du weiter aussähst. Bei mir kamen in den letzten Jahren zur Trockenheit noch die Schnecken dazu, die alle Wildkräuter stehen gelassen, und dafür alles gefressen haben, was ich eigentlich wachsen sehen und ernten wollte. Dieses Jahr habe ich nur die Dauerkulturen gehabt, Erdbeeren und Spargel. Und selbst letzterer hatte wenig Bock.
Für deine nächsten Kulturen bis zum Winter drücke ich alle Daumen!